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02. September 2019

Abschied von Gero Gandert

Er war – über viele Jahrzehnte als Kustos der Deutschen Kinemathek – ein leiden-schaftlicher Sammler, ein akribischer Rechercheur und fühlte sich dem Gedächtnis der Bilder verpflichtet. Ihm ist zu verdanken, dass Dokumente und Exponate zum Filmexil zu einem Schwerpunkt der Sammlungen der Kinemathek wurden. Im Museum für Film und Fernsehen ist dem Thema ein eigener Raum gewidmet. Viel Lebenszeit hat er in sein Schlüsselwerk investiert: „Der Film der Weimarer Republik. Das Jahr 1929“. Als der Band 1993 erschien, war Gero Gandert von seiner größten Last befreit, denn niemand hatte mit der Publikation wirklich gerechnet. Nach der Eröffnung des Filmmuseums am Potsdamer Platz engagierte sich Gero für den „Boulevard der Stars“ auf der Potsdamer Straße, den er mit tatkräftiger Hilfe von Georgia Tornow auch auf den Weg brachte. Vor zehn Jahren, zu seinem 80. Geburtstag, habe ich diese kleine Rede gehalten: gero-gandert-80/. In den letzten Jahren hatte er sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Am vergangenen Donnerstag ist Gero Gandert im Alter von 90 Jahren in Berlin verstorben. Wir werden ihn nicht vergessen.