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17. Februar 2019

Abschied von Bruno Ganz

Über fünfzig Jahre hat er mich als Schauspieler im Theater und im Film durch mein Leben begleitet. 1964 habe ich ihn in Brendan Behans „Der Spaßvogel“, inszeniert von Peter Zadek, zum ersten Mal auf der Bühne erlebt. In den 70er Jahren war ich Stammgast in der Schaubühne am Halleschen Ufer und erinnere mich natürlich gut an „Torquato Tasso“, die „Optimistische Tragödie“, den „Ritt über den Bodensee“, „Peer Gynt“, „Geschichten aus dem Wiener Wald“, „Kleists Traum vom Prinzen Homburg“ und die „Sommergäste“. Mindestens 20mal haben mich seine Präsenz und seine Stimme auf der Bühne beeindruckt. Im Kino habe ich ihn zum ersten Mal 1964 in DER SANFTE LAUF von Haro Senft gesehen. Es folgten dann u.a. DIE MARQUISE VON O. von Eric Rohmer, DER AMERIKANISCHE FREUND von Wim Wenders, MESSER IM KOPF von Reinhard Hauff, SYSTEM OHNE SCHATTEN von Rudolf Thome, DER HIMMEL ÜBER BERLIN und IN WEITER FERNE, SO NAH! von Wim Wenders, DER UNTERGANG von Oliver Hirschbiegel und, zuletzt, IN ZEITEN DES ABNEHMENDEN LICHTS von Matti Geschonneck – und das sind nur die für mich wichtigsten Filme. Er war einer unserer größten Schauspieler. Jetzt ist Bruno Ganz im Alter von 77 Jahren in seiner Heimatstadt Zürich gestorben.