Aktuelles
11. August 2018

Klaus Wildenhahn gestorben

Am Donnerstag ist der Dokumentarist Klaus Wildenhahn im Alter von 88 Jahren in Hamburg gestorben. Er ist mit seinem Werk fester Bestandteil der deutschen Film- und Fernsehge-schichte. Seinen letzten Film hat er im Sommer 1999 gedreht: EIN KLEI-NER FILM FÜR BONN, die Stadt, in der er 1930 geboren wurde. Die wichtigsten Themen seiner beobachtenden Dokumentarfilme waren Musik, Arbeit und deutsche Geschichte. Zu seinem Lebensmittelpunkt wurde Hamburg, er war von 1961 bis 1995 beim NDR festangestellt, zuerst in der „Panorama“-Redaktion, dann im Fernsehspiel, dann in der Bildungsabteilung des Dritten Programms. Für seine Filme war er viel unterwegs, vor allem in der deutschen Provinz und in den USA. Zu seinen größten Vorbildern gehörte Richard Leacock, dem er einen eigenen Film gewidmet hat. Er hat mehrere Bücher verfasst, das erste hieß „Über synthetischen und dokumentarischen Film. Zwölf Lesestunden“ (1973), das letzte „Abendbier in flacher Gegend. Filmtheorie Nr. 4“ (2015). Egon Netenjakob hat ein wunderbares Buch über ihn geschrieben: „Liebe zum Fernsehen und ein Portrait des festangestellten Filmregisseurs Klaus Wildenhahn“ (1984). In einem Heft der Reihe „Kinemathek“ (Nr. 92, September 2000) sind alle seine Filme dokumentiert. Bei Absolut Medien sind in einer DVD-Box 14 Filme von ihm erschienen (Klaus+Wildenhahn+Edition). Klaus gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Sektion Film- und Medienkunst der Akademie der Künste. Viele Jahre kam er regelmäßig zu den Mitgliederversammlungen. Er mochte die kollegialen Gespräche, war mit Jürgen Böttcher und Volker Koepp, Hans-Dieter Grabe und Thomas Schadt befreundet. Genervt hat ihn das Thema Internet, weil es ihm fremd war. Lieber Klaus, Du wirst mir sehr fehlen. – Über unsere Zusammenarbeit in der DFFB habe ich vor 22 Jahren einen Text geschrieben, der noch heute gültig ist: klaus-wildenhahn/