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03. Juni 2018

Hilmar Hoffmann

Am Freitag ist Hilmar Hoffmann, der  für mich der interessanteste Kul-turpolitiker in Deutsch-land war, in Frankfurt am Main gestorben. Er wurde 92 Jahre alt. 1954 gründete er als Direktor der Volkshochschule in Oberhausen die „West-deutschen Kurzfilmtage“, bei denen 1962 das „Oberhausener Manifest“ verkündet wurde. Hilmar Hoffmann war von 1970 bis 1990 Kulturstadtrat in Frankfurt am Main, er initiierte damals das Kommunale Kino und war für die Gründung des Deutschen Filmmuseums verantwortlich. Sein Leitwort war „Kultur für alle“. Ich habe ihn zuletzt am 7. Dezember 2016 bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Claudia Dillmann in Frankfurt getroffen. Wir hatten – bei aller Konkurrenz zwischen Berlin und Frankfurt – immer ein gutes Verhältnis, weil ich seine Leistungen respektiert und seine Initiativen bewundert habe. Sein Buch „Und die Fahne führt uns in die Ewigkeit“ (1988) ist ein Schlüsselwerk über die Propaganda im NS-Film. Lesenswert sind seine „Erinnerungen“, die zuletzt 2003 in einer Überarbeitung im Suhrkamp Verlag erschienen sind. Eine Würdigung seines Lebens hat Claus-Jürgen Göpfert mit dem Buch „Der Kulturpolitiker“ 2015 publiziert (hilmar-hoffmann/). Mehr zu Hilmar Hoffmann: Hilmar_Hoffmann