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27. Oktober 2015

Barbara Rütting

2015.RüttingIn den 1950er und 60er Jahren spielte sie Hauptrollen in mehr als dreißig Filmen. Ich erinnere mich an DIE SPUR FÜHRT NACH BERLIN von Franz Cap, DIE LETZTE BRÜCKE von Helmut Käutner, CANARIS von Alfred Weidenmann, DIE GEIWALLY ebenfalls von Franz Cap und auch an einige Edgar Wallace-Filme wie DER ZINKER und NEUES VOM HEXER. Sie gehörte damals nicht zu meinen Lieblingsschauspielerinnen, aber sie hat mich beeindruckt mit ihrer physischen Präsenz und der charakteristischen Stimme. Barbara Rütting (*1927) hat jetzt im Herbig Verlag ihre Autobiografie veröffentlicht. Die Arbeit als Schauspielerin war für sie wichtig, um Anerkennung zu finden und eine Basis für weiterreichende Aktivitäten. Sie hat sich seit den 1980er Jahren vor allem im Umweltschutz, für Menschenrechte und Tierrechte engagiert und war zeitweise Abgeordnete der Grünen im Bayerischen Landtag. Sie erzählt ihre Lebensgeschichte selbstbewusst, aber ohne Eitelkeit, die Schilderung der Filmarbeit vermeidet weitgehend Anekdoten, würdigt die Leistung der Regisseure und das Zusammenspiel mit Kolleginnen und Kollegen. Sie verabschiedet sich von der Filmarbeit auf Seite 142, weil ihr die Wallace-Filme und deren Grausamkeiten Unbehagen verursachten und der ‚junge deutsche Film’ nicht mit ihr anzufangen wusste – „oder ich nichts mit ihm?“. Ihr Leben führte sie dann in andere Bereiche. Mehr zum Buch: autobiografie.html