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13. Juni 2013

Wolfgang Theis 65

2013.Theis 2Er ist der Hüter des Fotoarchivs der Deutschen Kinemathek, und das seit 28 Jahren. Er weiß wie niemand sonst, welche Schätze sich dort befinden. Heute wird Wolfgang Theis 65 Jahre alt. Dazu gratuliere ich ihm als Archivar und als Menschen, den ich in all der Zeit sehr schätzen gelernt habe. Zuletzt haben wir bei meiner Münchner Ausstellung „Licht und Schatten“ zusammengearbeitet, und seine Ratschläge waren außerordentlich wichtig für mich. In den vergangenen Jahrzehnten hat er die Umzüge der Kinemathek von der Pommernallee in die Heerstraße und von der Heerstraße an den Potsdamer Platz mitorganisiert, er hat den Beginn der Digitalisierung erlebt, das Scannen gelernt und immer die Balance zwischen Bewahrung und Auswertung seiner Bestände im Auge gehabt. Eine gewisse Skepsis gehört zu seiner Grundhaltung. Er führt ein zweites Leben als Mitbegründer und Ausstellungskurator des Schwulen Museums, das 1987 eröffnet wurde, seit 1989 am Mehringdamm existierte und gerade in die Lützowstraße umgezogen ist. Viele interessante Ausstellungen des Museums (u.a. über Conrad Veidt, Gustaf Gründgens, Greta Garbo, Luchino Visconti, Zarah Leander, Pier Paolo Pasolini) wurden in Kooperation mit der Kinemathek veranstaltet und hatten immer ihren eigenen Stil, in dem Wolfgang Theis zu spüren war. Ich hoffe, dass er der Kinemathek auch über das Rentenalter hinaus verbunden bleibt. Natürlich bewundere ich an ihm noch eine spezielle Fähigkeit, die er als Koch erlernt hat: wie man professionell ein Spanferkel zerlegt. Das hat er einmal bei einem Kinematheksfest in Brodowin demonstriert. Herzlichen Glückwunsch!